"Reformation von unten" - also aus der Gemeinde heraus und nicht durch Entscheidung des Landesherrn -, das war es, was Altenbruch vor 500 Jahren erlebte. "Es ging um Haltung, um eigene Position, um Mut", so Landesbischof Ralf Meister in seiner Predigt. Theologischer Ausgangspunkt des Protestes war die Figur des Guten Hirten, der sich für seine Herde verantwortlich weiß. Gemeinsam mit Kerstin Tiemann, der Superintendentin des Kirchenkreises, dem katholischen Dechanten Christian Piegenschke und Gemeindepastor Erik Neumann feierte Meister in der Gemeinde den Festgottesdienst am 10. Mai.
Es wurde ein richtig fröhliches Fest - dank positiver Inhalte, großartiger Musik von Ingo Duwensee an der Orgel und dem Chor Happy Voices und der Mitwirkung vieler Kinder aus der Altenbrucher Grundschule. Zum Lied "Einfach Spitze, dass Du da bist" - erweitert um die Zeile "Einfach Spitze, guter Hirte" tanzten nicht nur die Kinder. Und Bischof Meister hob lachend mit ihnen den Hirten- und Bischofsstab, den er passend zum Thema "Guter Hirte" mitgebracht hatte, wieder und wieder in die Höhe. Nach der Predigt führten die Kinder in einer kleinen Spielszene vor, welche Fragen sich Martin Luther und den Gläubigen in der Reformationszeit vor 500 Jahren stellten. Sie berichteten vom Thesenanschlag in Wittenberg - und schlugen selbst einen zentralen Glaubenssatz an: "Gott liebt Dich wie Du bist!"Nach dem Gottesdienst wurde vor der Kirche das von den Kindern und der Töpferin Petra Sassen gestaltete Kunstwerk "Der Gute Hirte" eingeweiht.
Der Gute Hirte in der Darstellung Ende des 16. Jahrhunderts